Der Profos

 

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Zeit der Landsknechte (s. Grimmelshausen: Simplicissimus Buch 2, Kap. 22 und 27).
Der Profos war ein Unteroffiziersgrad und Bindeglied zwischen den einfachen Soldaten und den Offizieren. Er sorgte dafür, dass die Anweisungen der Offiziere in einem vernünftigen Rahmen umgesetzt wurden. Er hatte Befugnisse, die heute der Militärpolizei entsprechen, und war auch bei der unteren Militärgerichtsbarkeit beteiligt. Das Symbol für das Recht zur Bestrafung von geringfügigen Vergehen war ein Stock.

Der Profos war zuständig für die Wacheinteilung, sowie für Ruhe und Ordnung im Lager. Wenn es Zeit für die Nachtruhe war, zog er, begleitet von einem Pfeifer, durch die Marketenderzelte und schlug mit einem Stock auf die Zapfhähne der Bier- bzw. Weinfässer. Von diesem Zeitpunkt durfte aus diesem Faß nichts mehr gezapft werden. Dieses Schlagen auf dieZapfhähne wurde Zapfenstreich genannt. Würfelspiel und dergleichen mußten sofort beendet und die Gläser oder Becher geleert werden. Anschließend war der Weg zurück ins Lager in gehöriger Ordnung anzutreten.

Noch heute ist der Ausdruck Zapfenstreich beim deutschen Militär als Zeitpunkt für die allgemeine Nachtruhe in der Kaserne gebräuchlich.
Aus dem Rückweg ins Lager mit Begleitung durch Trommler und Pfeifer und einem gemeinsamen Abendgebet vor der Nachtruhe hat sich der "Große Zapfenstreich" entwickelt.

In der Gesellschaft Parlament begleitet der Profos die auf der Sitzung auf- und abtretenden Büttenredner, Sänger, Karnevalsprinzen, Garden, Tanzgruppen usw. Er führt einen mit dem Gesellschafts-Wappen gekrönten und mit schellenbehangenen Bändern in den traditionellen Gesellschafts-Farben verzierten Vortragsstab.
Bei offiziellen Anlässen (z.B. Karnevalserwachen oder Rosenmontagszug) trägt er die Standarte der Gesellschaft.

Letzte Aktualisierung: 31. Oktober 2007

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