Lach- und Sachgeschichten

„Parlament op Jöck“
oder „Betriebsausflug zum Karnevalserwachen“

Schon im März dieses Jahres erreichte uns aus Aachen eine Anfrage, ob wir nicht mit dem Weinseligen und unserer Playbackschau in Aachen auftreten könnten. Nach einigen Diskussionen sagten wir zu, zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wissend, was uns in Aachen erwarten würde. So ging es dann am Freitag, den 12. November gut gelaunt in die Kaiserstadt, teilweise noch etwas müde, da einige von uns schon am Vortag in Köln den Karneval mit eröffnet hatten. Die erste Gruppe checkte dann gegen 18.00 im Hotel ein. Die Wartezeit bis zum Eintreffen der zweiten Gruppe musste überbrückt werden, für uns stellte das kein Problem dar. Kurzerhand wurde eines der Zimmer zum Aufenthaltsraum der Gesellschaft erklärt und hier wurde dann auch das erste Gepäckstück geöffnet, ein Karton Sekt wurde auf Tauglichkeit geprüft. (Das man Ende unseres Ausfluges überlegte, ob es nicht sinnvoller für die Stadt Aachen wäre, einen Glascontainer gleich vor unser Hotel zu stellen, gehört in den Bereich der Märchengeschichten.)
Gut gelaunt wurde gegen 20.00 Uhr dann die Besatzung des zweiten PKW´s begrüßt, gleichzeitig traf auch der Chef des Ehrenkorps des „Öcher Storms“ Eberhard von Pistor ein. Mit ihm zusammen ging es dann zum Haus Kommer, hier trafen wir uns mit einigen Mitgliedern unserer Aachener Freunde. Nach einem guten Essen und einem ersten Kennenlernen unserer neuen Freunde wurde die Stimmung immer besser, es wurde gelacht, dass einem das Zwerchfell schon weh tat. Nicht ganz unwesentlich trug zu dieser Stimmung Olga bei, Olga , eine gebürtige Ukrainerin um die siebzig Jahre, brachte uns Gästen erst einmal Ordnung bei, rau, aber herzlich. So quittierte sie eine Essensnachbestellung mit den Worten „Könnt ihr nicht alle zusammen bestellen? Jetzt muss ich wieder in die Küche laufen“. Aber auch unsere Truppe war nicht mundfaul, bei einer der vielen Runden fragte Manfred unsere Bedienung „Können sie die Gläser auch spülen?“ Olga „Wieso?“ Manfred „Die will ich mitnehmen“ oder schön auch folgender Wortwechsel „Haben sie auch andere Gläser? Die hier habe ich schon zuhause.“
Der Leser dieses Berichtes wird merken, dass unsere Truppe, Krefelder und Öcher in dieser Runde richtig Spaß hatten. Und der Spaß in dieser Truppe ging bis nach Mitternacht, schließlich musste Olga ja auch mal ins Bett. Ob sie dann noch von unseren Flirtversuchen unseres Vorstandsmitgliedes Uwe träumte, lässt sich nicht nachvollziehen. Wer jetzt aber denkt, dass wir nach diesem Abend jetzt ins Hotel wollten (übrigens, an diesem Abend von Hotel Garni in Hotel Granini umgetauft) der liegt falsch. Sicherlich hätte das dem Wunsch einiger Truppenteile entsprochen, aber die Mehrheit (in diesem Fall Timo und Uwe) setzten sich durch und so ging es auf Ratschlag eines uns mittlerweile gut bekannten Taxifahrers nach Aachen in den Tanzpalast. In dieser Disco entwickelten sich dann unsere Mädels zu wahren Disco-Queens, wir Männer wurden mitgerissen. Zur Abkühlung wurden dann immer wieder gerstenhaltige Getränke bestellt, denen wir dann auch reichlich zusprachen.
Kurz nach 04.30 Uhr dann der endgültige Beschluss, wieder ins Hotel zurückzukehren. Im Hotel traf sich dann wieder die Besatzung des unteren Flurs zum Aufräumen des Parlamentszimmers, das sollte aber doch nicht anderes bedeuten, wie Ausleeren der noch vorhandenen Sektflaschen. Um 06.00 war dann auch der Letzte in seinem Bett verschwunden. Um 09.00 sollte es Frühstück geben, um das Wecken brauchten wir uns keine Sorgen zu machen, Silvia hatte zum Wecken ihr Handy gestellt. In der Handywelt aber noch gänzlich unbekannt ist die Einstellung Wecken, aber das dann lautlos, also war diese Aktion nicht von großem Erfolg gekrönt. Also musste Uwe kurz vor neun einen wahren Trommelwirbel an den Türen entfachen, um alle pünktlich an den Frühstückstisch zu bekommen.
Hier wurden dann die Planungen für den Tag festgelegt. Mittlerweile war auch unser drittes Truppenfahrzeug eingetroffen, ausgeruhte weitere Parlamentsmitglieder waren angereist. So gingen die Vorschläge für den Verlauf des Tages etwas auseinander, nicht ganz unberechtigt der Wunsch einiger Mitglieder, vielleicht noch einmal die Matratzenqualität des Hotel Graninis zu überprüfen, andere sprühten vor Lebensfreude und wollten lieber die Innenstadt von Aachen sehen. Der Vorschlag Schlafen wurde relativ schnell abgelehnt, also ab in die Innenstadt.
Hier begannen wir nun mit dem kulturellen Teil des Ausfluges, wir besichtigten den Aachener Dom. Ein angedachter Stadtbummel fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, solide wie wir Parlamentarier nun mal sind, wurde ein Cafe aufgesucht. Solide wollten wir bleiben, als dann Margitta nach einem weiteren kleinen Stadtbummel allerdings bemerkte, "ich könnte jetzt so auf ein Bier", waren unsere guten Vorsätze schnell dahin. Also rein in eine sehr gemütliche Kombination von Pizzeria und Bierkneipe. Wurde das erste Kölsch noch recht zögernd getrunken, schmeckten die weiteren Kölsch doch schon wesentlich besser und so fielen die Träume einiger Mitglieder von einem Mittagsschlaf nicht ins Wasser sondern ins Kölsch.
Am Nachmittag mussten wir dann doch wieder ins Hotel, freundlich beschrieb uns auch der Kellner den Weg zur nächsten Taxistation und dort fanden wir auch zwei Taxen. Für uns Krefelder aber relativ unbekannt war, dass sich in keiner der Taxen ein Fahrer befand. Schnell kam die Vermutung hoch, dass es sich hier um sogenannte SB-Taxen handelt, vielleicht ein neuer Geschäftszweig in Aachen. Schien aber nicht unbedingt üblich zu sein, konnten wir doch feststellen, dass bei einem Krankenwagen und einem Bestattungswagen die Kunden nicht selber fahren mussten. So bestellten wir also zwei neue Taxen, schnell kamen auch zwei Taxen, die uns aber nicht mitnehmen konnten, da die vorbestellten Taxen separat kommen würden.
Wir fanden aber dann doch ins Hotel Granini zurück, zum Ausruhen war wenig Zeit, mussten wir uns doch auf den Abend vorbereiten. Mittlerweile waren auch die noch fehlenden Mitglieder angereist, wir freuten uns schon auf einen Abend in voller Truppenstärke. Also wieder mit dem Taxi ins Haus Kommer. Dort erwartete uns in einem festlich dekorierten Saal ein kurzweiliges Programm, Höhepunkte waren sicherlich die Auftritte des Oecher Storms und der Fidelio Elsdorf. Und denn Schluss bestritten wir Parlamentarier, zuerst „D´r Weinselige“ und dann die Parlis, unsere Playbackschau und ich glaube, man kann mit Recht sagen, gerade die Parlis heizten dem Saal noch mal richtig ein. Es war ein schönes Gefühl auf der Bühne zu stehen und der Orden des Oecher Storms war der verdiente Lohn.
Nach Beendigung des Programmes vertauschten wir unseren Tisch mit einem Stehtisch an der Seite der Tanzfläche. Und das war der Auftakt einer wunderschönen Party. Waren unsere Aachener Freunde vielleicht im Anfang noch etwas unmotiviert, so ließen sie sich doch relativ schnell von unserer Krefelder Truppe mitreißen. Gerade unsere jungen Wilden demonstrierten, wie man einen Saal auch nach dem Programm in Stimmung bringt und nachher waren alle auf der Tanzfläche oder Bühne, Jung und Alt, Krefeld oder Aachen, es war einfach nur „puppenlustig“ , wie ein guter Bekannter zu sagen pflegt. Warum seit diesem Abend das Lied „Traum von Amsterdam“ mir nicht mehr aus dem Kopf geht, kann ich auch nicht sagen. Für uns sehr schön war die Verabschiedung des Alleinunterhalters, er bedankte sich bei den Krefelder Freunden, weil sie die Stimmung richtig angeheizt hätten. Wie wahr, wie wahr.
Ein Teil unserer jungen Wilden verschwand nach der Veranstaltung in der Disco „B9“, der Rest verabschiedete sich Richtung Hotel. Erfrischend für uns alle war mal wieder ein Taxifahrer, der am Hotel vorbeifuhr und uns dann fragte, wo es denn eigentlich lang ging. Wir versprachen ihm, eine Selbsthilfegruppe zu gründen unter dem Motto „Betreutes Fahren in Aachen“.
Letztendlich waren wir dann doch im Hotel und eigentlich hatten wir jetzt nur noch den Wunsch Bett, Schlafen, Ausruhen und diesen Wünschen wollten wir dann auch sofort nachkommen……………wenn da nicht Nicole gewesen wäre, die noch gar nicht müde war. Und so traf sich denn Flur eins wieder vollständig im Gemeinschaftszimmer. In einer in der Nähe liegende Tankstelle versorgten wir uns wieder mit Pils und Kölsch und die Party ging weiter, mal wieder Ausgang offen.
Beim Frühstück trafen wir uns dann alle wieder. Auffällig war, das sich die Themen gegenüber des Frühstückes am Vortag komplett geändert hatten. Sprach man am Samstag noch von Party, Karneval und Fete, so standen heute die Themen Aspirin, Augenmaske und Schlafen im Vordergrund.
Gegen 11.00 Uhr hatte die Samt- und Seidenstadt uns wieder.

Fazit:
Es war ein tolles Wochenende, wir hatten Spaß ohne Ende. Jeder, der nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst, von diesem Wochenende werden wir noch lange sprechen. Ganz besonders bedanken möchte ich mit beim „Öcher Storm“ ,allen voran bei Eberhard von Pistor und Jürgen Begas für den herzlichen Empfang und für die herzliche Betreuung. (Jürgen Fischer, Präsident)


Letzte Aktualisierung: 20. November 2010

© 2007 Ges. Parlament 1857 e.V. Krefeld